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Boshafte Definitionen (2)

by HaraldDienstmann@[EMAIL PROTECTED] (Harald Dienstmann) Mar 20, 2006 at 06:46 AM

Tachchen Leute!





Boshafte Definitionen

Entnommen aus: Sag's mit Pfiff von Guenter Tange, Eschborn Verlag



Fabel:
	verpackte Moral

Facharzt:
ein Arzt, der seinen Patienten beigebracht hat, nur waehrend seiner
Sprechzeiten krank zu werden.

ein Arzt, der mehr dafuer verlangt, dass er weniger weiss.

Fachmann:
ein Mann, der einige der groessten Fehler kennt, die man in dem betref-
fenden Fach machen kann, und sie deshalb vermeidet.

Fahnen:
Gesinnungstextilien.

Fahrlehrer:
Maenner, die morgens bruenett wegfahren und abends weisshaarig heim-
kommen.

Fairness:
die Kunst, sich in den Haaren zu liegen, ohne die Frisur zu zerstoeren.

Fair play:
	das Foul so versteckt machen, dass der Schiedsrichter es nicht sieht.

Familie:
der Betrieb, der das wichtigste Produkt herstellt.

Zwangsbekanntschaft.

ein Ueberbleibsel der unspezialisierten Vergangenheit, als ein Mann
noch seine eigenen Schuhe machte und sein eigenes Brot backte.

ein steuerlich beguenstigter Kleinbetrieb zur Herstellung von
Steuerzahlern.

Fanatiker:
ein Mensch, der bei der Lektuere eines Buches nicht das liest, was drin
steht, sondern das, was er im Kopf hat.

ein Mensch, der etwas so tut, wie es nach seiner Meinung der Herrgott
tun muesste, wenn der nur besser Bescheid wuesste.

jemand, der seine Ansicht nicht aendern kann und das Thema nicht aendern
will.

Leute, die mit einem nicht vorhandenem Kopf durch eine vorhandene Wand
rennen wollen.

einer, der auf seine Kanonen vertraut, gleichgueltig, ob sie geladen
sind oder nicht.

Fanatismus:
die falsche Flamme eines ueberhitzten Gemuets.

eine hochexplosive Mischung von Engstirnigkeit und Energie.

die einzige Willenstaerke, zu der auch die Schwachen und Unsicheren
gebracht werden koennen.

Verdoppelung der Anstrengungen, wenn man das Ziel vergessen hat.

Farm:
ein Stueck Land, das einem zu Reichtum verhelfen kann, wenn man darauf
auf eine Oelquelle stoesst.

Fata Morgana:
eine optische Taeuschung. Man erliegt ihr in der Wueste und jedesmal,
wenn man sich verliebt.

Faulenzer:
die Wohltaeter der Menschheit. Man bedenkte wieviel Unheil allein durch
Nichtstun verhindert worden ist.

Faulheit:
ins Kraut geschossene Muse.

straefliche Gelassenheit bei einem Menschen niederen Standes.

die Furcht vor bevorstehender Arbeit.

die Mutter aller Erfindungen.

der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit.

wenn jemand mit dem Cocktail-Shaker in der Hand auf das naechste
Erdbeben wartet.

die Kunst, so lange nichts zu tun, bis die Gefahr vorueber ist, dass man
etwas tun muesste.

die Angewohnheit, sich auszuruhen, bevor man muede wird.

	der Humus des Geistes.

Faulpelz:
ein Mensch, der sich keine Arbeit macht, sein Nichtstun zu begruenden.

ein Mensch, der nichts so gerne tut wie nichts.

Faultier:
ein Kollege, der noch weniger leistet als man selbst.

Februar:
der Monat, in dem wir merken, dass das Monatsgehalt in 28 Tagen genau-
sowenig reicht wie in 31.

Fehler:
etwas, was Frauen - im Gegensatz zu Maennern - sofort zugeben wuerden,
wenn sie welche haetten.

eigenes Vergehen, im Unterschied zu den Vergehen anderer, den
sogenannten Verbrechen.

Fehlplanung:
was allzu viele Menschen mit Schicksal verwechseln.

Fehlschlaege:
die Wuerze, die dem Erfolg sein Aroma gibt.

Feierlichkeit:
jener Nebel, welchen die Dummheit erzeugt, wenn sie in die Enge
getrieben wird.

Feigenblatt:
altestamentarische Modetorheit.

Feigheit:
der wirksamste Schutz gegen die Versuchung.

Feigling:
ein Mensch mit normal entwickeltem Selbsterhaltungstrieb.

jemand, der in Gefahr mit den Beinen denkt.

Feinde:
nicht so sehr diejenigen, die uns hassen, als vielmehr die, die wir
hassen.

Ferien:
eine anstrengende Beschaeftigung, die man erst zu geniessen beginnt,
wenn sie vorbei ist.

das ideale Ferienhaus:
eines, das Raum fuer zwoelf Gaeste, aber nur zwei Schlafgelegenheiten
hat.

fern:
der Tag, an dem Verdienste gefragter sein werden als Geld.

Fernsehansagerin:
das einzige Wohnzimmerpersonal, das sich jede Familie leisten kann.

deutsche Fernsehanstalt:
Behoerde mit eigenem Sender.

Fernsehen:
eine Erfindung, die es uns ermoeglicht, Stoerungen, die wir frueher im
Radio hoerten, nun auch zu sehen.

unbewaeltigter Journalismus.

die Phantasie der Armen.

kein Medium, sondern eine Belaestigung.

Mahlzeit, die von Gebildeten sorfaeltig nach der Speisekarte
ausgesucht, von Ungebildeten wahllos verschlungen und von
Eingebildeten grundsaetzlich abgelehnt wird.

der legitime Nachfolger der Gartenlaube.

eine Art Unterhaltung, bei der Millionen Menschen zur gleichen Zeit
ueber denselben Witz lachen und doch allein bleiben.

Rundfunk fuer Phantasielose.

das einzige Schlafmittel, das mit den Augen eingenommen wird.

das Vergnuegen, zu bewegten Bildern Nuesse zu knabbern und nicht darauf
zu achten, wie viele es sind.

die Rache des Theaters an der Filmindustrie.

die aktive Form des Faulenzens.

eine Krankheit, die von der Krankenkasse finanziert werden muesste.

Kaugummi fuer die Augen.

Fernsehgeraet:
ein neuer Apparat, mit dem man alte Sendungen empfangen kann.

Fernsehkritiker:
ein Mensch, der fuer das Unglueck, fernsehen zu muessen, Geld bekommt.

Fernsehpassivitaet:
eine weitverbreitete Leidensform.

Fernsehserie:
eine Dauerwurst, die immer frisch aussehen soll.

Fernsehshow:
der Triumpf des Hintern ueber den Geist.

Fernsehunterhaltung:
die Kunst, die Spreu vom Weizen zu trennen und dann zu senden.

Fersengeld:
die Landeswaehrung in einer Republik der Junggesellen.

festhalten:
eine bestimmte Reaktion der menschlichen Hand bei Beruehrung mit Geld.

Festredner:
Leute, die im Schlaf anderer Menschen sprechen.

Festschriften:
ein Massengrab, bei dessen Verfertigung die Gratulanten stoehnen und
fluchen.

Festspielgaeste:
hochgeschaetzte Statisten, die ihren Auftritt auch noch selbst
bezahlen.

Feuerstuehle:
Potenz, die man hoeren kann.

Feuerwehr:
eine Organisation, die mit Wasser ruiniert, was die Flammen verschont
haben.

Feuilleton:
das, worin man in sechs Zeitungsspalten sagt, was man mit einem
einzigen Satz fuer sich behalten sollte.

die Unsterblichkeit eines Tages.

Feuilletonist:
ein Mann, der auf einer Glatze Locken zu drehen versteht.

Fueilletons:
Filigranitkunstwerke.

Figur:
etwas, das jeder hat, das aber bei jungen Maedchen besser aussieht.


Film:
vielleicht die einzige Branche, in der sich mancher als Meister fuehlt,
bevor seine Lehrzeit ueberhaupt begonnen hat.

die Kunst, mit huebschen Frauen huebsche Sachen anzustellen.

Filmregisseur:
eine Mischung von General, Sergeant, Beichtvater, Psychotherapeut,
Lokfuehrer, Puffer, Public-Relations-Experte, Wirtschaftsberater -
kurz, der einfachste Job der Welt.

der am meisten ueberschaetzte Beruf und die einzige Form der Kunst, in
der man 50 Jahre lang ohne Talent Erfolg haben kann.

Filmstar:
ein Mann, der die besten Rollen, den ganzen Gewinn und die Frau des
Produzenten verlangt - und das alles auch bekommt.

Finanzamt:
eine Institution, die bewirkt hat, dass Reisende nicht mehr ihre
Sekretaerin als Ehefrau, sondern ihre Ehefrau als Sekretaerin ausgeben.

ein Einrichtung, die schneller als man selbst zu der Erkenntnis kommt,
dass es einem zu gut geht.

Finanzbeamte:
Leute, die genau das Doppelte von dem glauben, was man ihnen sagt.

Finanzgenie:
ein Mann, der sein Geld schneller verdient, als seine Familie es
ausgeben kann.

Finanzminister:
eine seltsame Personalunion von Milchkuh, Hamster und Kettenhund der
Regierung.

Finanzplaner:
ein Mann, der morgen genau sagen kann, warum der gestern vorausgesagte
Finanzbedarf heute nicht ausreicht.

Finanzpolitik:
die Kunst, Geld von Hand zu Hand zu geben, bis nichts mehr uebrig ist.

Fisch:
Lebewesen, das immer dann auf Urlaub geht, wenn auch die Angler gerade
auf Urlaub gehen.

Fleiss:
eine bestimmte nervoese Stoerung, die junge und unerfahrene Menschen
befaellt.

die beste Form der Leidenschaft.

fliegen:
immer weniger von immer mehr sehen.

Fliegengitter:
eine Vorrichtung am Fenster, die Fliegen daran hindert, das Zimmer zu
verlassen.

Flirt:
die Faehigkeit, jemandem nahezukommen, ohne ihm zu nahezutreten.

die Kunst, von einem Paket nur die Verschnuerung zu loesen, ohne
hineinzusehen.

Training fuer den Ernstfall.

die Kunst, einer Frau in die Arme zu sinken, ohne ihr in die Haende zu
fallen.

Training mit dem Unrichtigen fuer den Richtigen.

ein Versuch, gleichzeitig Feuer zu fangen und zu loeschen.

die Suende der Tugendhaften und die Tugend der Suenderinnen.

Maenner laufen einer Frau nach, die laengst hinter ihnen her ist.

Trockenkurs der Liebe.

ein Rennen mit Vorgabe, bei dem sich die Frau immer nur so weit
entfernt, dass sie bestimmt eingeholt wird.

ein Ueberbrueckungskredit bis zur naechsten Liebe.

attention without intention.

die zarte Kunst, einen Mann mit sich selbst zufrieden zu machen.

ein Spiel, bei dem man nicht weiss, ab man noch in der Qualifikation
ist oder schon im Finale.

etwas, wozu Frauen immer bereit sind, solange andere Frauen zuschauen.

flirten:
das Kunststueck, mit einem blauen Auge davonzukommen, nachdem man in
zwei blaue Augen geblickt hat.

die Kunst, so weit davonzulaufen, dass man bestimmt eingeholt wird.

ein Versuch, mit dem Feuer zu spielen, ohne welches zu fangen.

die Kunst, einen Mann, der einem nahesteht, auf Distanz zu halten.

auf Distanz intim werden.

Flirts:
Spinnweben zwischen einem Maskulinum und einem Fenininum, auf denen
ein Sonnenstrahl tanzt.

Flittchen:
Junge Dame, die, nachdem sie sich mit uns getroffen hat, einen andern
vorzieht.

Flitterwochen:
das, was man heutzutage schon hinter sich hat, wenn man heiratet.

der verzweifelte Versuch, die Liebe in die Ehe hinueberzuretten.

eine Probezeit, in der keine Reklamtionen mehr angenommen werden.

Fluegel:
das Instrument, mit dem sich die Harfe zum Schlafen niedergelegt hat.

Flugzeug:
ein sicheres Verkehrsmittel - wenn man die Autofahrt zum Flughafen
abschafft.

Folksaenger:
ein Kuenstler, der durch die Verherrlichung der Armut reich wird.

ein Kuenstler, der mit einer Verstaerkeranlage fuer 10 000 Mark die
Vorzuege des einfachen Lebens preist.

Folterbank:
ein Lehrmittel, das frueher haeufig verwendet wurde, um die Anhaenger
eines falschen Glaubens zur lebendigen Wahrheit zu bekehren.

Format:
vielen einzig als DIN-Groesse bekannt.

forschen:
sehen, was jeder sieht, und denken, was keiner denkt.


Ciao
     Harald!
 




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Boshafte Definitionen (2)
HaraldDienstmann@[EMAIL P  2006-03-20 06:46:00 

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tan12V112 Fri Jul 25 3:01:45 CDT 2008.